Bau des jetzigen Gerätehauses

Dank eines vorausschauenden Gemeinderates, einer aufgeschlossenen Gemeindeverwaltung und einer zielbewusst arbeitenden Feuerwehr wurde dieses schöne Feuerwehrhaus geschaffen, auf das wir alle mit Recht stolz sein dürfen. In dieser feuerwehrgeschichtlichen Stunde der Schlüsselübergabe sind wir alle im Innern tief bewegt. Wir alle wissen, dass wir mit dieser Schlüsselübergabe nicht nur Rechte sondern ein hohes Maß an Pflichten übernehmen werden. Möge jeder von uns durch ein erneutes Treubekenntnis in seinem Innern dazu beitragen, dass die uns vom Gesetzgeber auferlegte Verpflichtung zur Aufrechterhaltung des Feuerschutzes in unserer Gemeinde jederzeit erfüllt werden kann. Möge dieses Haus aber auch dazu beitragen, dass sich in unserer Gemeinde auch in Zukunft allzeit junge Menschen bereitfinden mögen unter dem Motto „Gott zur Ehr dem Nächsten zur Wehr” der edlen Feuerwehrsache zu dienen, zum Wohle unserer Heimatgemeinde und zum Nutzen und Frommen unseres Vaterlandes. Dies war ein Auszug aus der Rede des damaligen Kommandanten Alfons Walter bei der Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses am 14. Juli 1968 in Sinzheim. Die gesamte Rede anlässlich der Einweihung unseres Feuerwehrhauses hat in ihrer Aktualität bis heute Bestand. Im September 1965 wurde im Gemeinderat der Neubaues eines Feuerwehrgerätehauses beschlossen. Erste Überlegungen hierfür gab es bereits seit 1962, da eine Modernisierung und Erweiterung des vorhandenen nicht möglich war bzw. es auch keine Zukunftperspektive bot. Die Verwirklichung des Neubaues hatte manche Probleme und Schwierigkeiten bereitet, angefangen von der Finanzierung und dem Standort bis zur äußeren Gestaltung.

Nach dem Beschluss des Gemeinderates verging nochmals ein Jahr bis zum Baubeginn, ein Jahr später gab es dann das Richtfest. Von den anwesenden Ehrengästen dem damaligen Landrat Trippel, den Kreisbrandmeistern der Landkreise Bühl und Rastatt, Gemeinde- und Kreisräten wurde der Gemeinde und ihrer Feuerwehr höchstes Lob für diesen gelungen Neubau ausgesprochen. Es war zu dieser Zeit über die Kreisgrenzen hinaus eine weit beachtete Baumaßnahme. Viele Feuerwehrentscheidungsgremien haben in den Jahren danach dieses Haus besichtigt, um für ihre Bauvorhaben Ideen und Gedanken zu sammeln. Gerade heute erkennt man den Wert des zentralen Standortes, den Sinzheim hat sich sternförmig ausgebreitet, das Feuerwehrgerätehaus befindet sich gut positioniert in der Ortsmitte. Auch die Größe des Hauses wurde damals zukunftträchtig ausgelegt. Bereits zur Einweihung gesellte sich zu dem, zu diesem Zeitpunkt einzigen, gemeindeeigenen Feuerwehrfahrzeug, ein weiteres Fahrzeug. Dies war ein Tanklöschfahrzeug 8 auf Unimog-Fahrgestell, dessen Eigentümer der „Aufstellungsstab für den Luftschutzhilfsdienst Südbaden” in Freiburg war. Besser bekannt unter der nachfolgenden, modifizierten Namensänderung „Ziviler Bevölkerungsschutz”. (Kennzeichen FR - 8124). Dieses Einsatzfahrzeug verblieb in Sinzheim bis zur Beschaffung eines modernen Tanklöschfahrzeuges 16/24 in Jahre 1974. Heute sind in diesem Haus vier Großfahrzeuge, der Einsatzleitwagen und ein Transporter (2,8 T) eingestellt. Zwei weitere Fahrzeuge Führungskraftwagen und Fahrzeug der Jugendfeuerwehr befinden sich in einer Doppelgarage neben dem Hauptsgebäude.

 

Jedoch war Ende der achtziger Jahre unverkennbar, dass eine Sanierung dieses Hauses unumgänglich wurde. Auch waren einige bauliche Gegebenheiten die der Änderung bedurften. So war das Treppenhaus von seiner gesamten räumlichen Gegebenheit „missglückt”. Größere Feuerwehrangehörige, wie auch die Besucher mussten in leicht gebeugter Haltung dies begehen. Andernfalls wurde es hell im „Oberstübchen”. Das Dach mit einer sehr geringen Neigung erforderte schon mal einen „Feuerwehreinsatz” um es von der Schneelast zu befreien und eindringendes Schmelzwasser fernzuhalten. War auch mal eine Art Frühsport bei der Feuerwehr!! Insbesondere an der Betonkonstruktion nagte der Zahn der Umwelt. Kleine abbröckelnde Betonteilchen waren nichts Ungewöhnliches. Das Wärmedämmvermögen des Hauses entsprach dem von vor der Ölkrise, Fenster waren undicht geworden, die Eingangstüre war schadhaft und ebenfalls undicht, genauso dicht war der Schlauchraum zum Hauptgebäude, hier waren bereits Ansätze von Stalaktiten zu erkennen. Vieles war in die Jahre gekommen, um saniert zu werden. Kommandant Gebhard Huck und sein Stellvertreter Wilhelm Schneider, traten an die Gemeindeverwaltung bzw. den Gemeinderat heran, die Sanierung des Gebäudes vorzunehmen. Dies war keinesfalls ein Ansinnen, ästhetischer Art, sondern eine zwingende Notwendigkeit, um die zu erwartenden Kosten, bzw. noch folgende Kostenerhöhungen reduzieren zu könne. 1992 wurde die umfangreiche Sanierung begonnen die mit 800.000 DM veranschlagt wurde. Das Haus erhielt ein neues Dach, das sowohl den Übelstand der geringen Neigung beseitigte - insbesondere aber die Wärmedämmung des Hauses gewaltig verbesserte. Gleichzeitig wurde das Haus oberhalb des Schlauchraumes sinnvoll erweitert, ein Materialaufzug eingebaut, ein geräumiger Sitzungssaal- eine Garderobe -ein Büro -ein Archivraumein Notenraum für die Musiker - eine zeitgemäße Küche usw. geschaffen. Der Bereich zwischen Vorraum und Ausbildungsraum wurde mit einer variablen- schalldichten - Abtrennung versehen. Vieles weitere wurde eingebaut oder hinzugefügt, so dass auch heute nach anderthalb Jahrzehnten, das Haus sich modern und zweckmäßig darstellt. Viele der umgesetzten Ideen und Vorstellungen gehen auf den damaligen Kommandanten Gebhard Huck zurück, der auch viele der anfallenden Arbeiten getragen, bei ihnen mitgearbeitet oder mitbekleidet hat. Er war der tägliche Begleiter der Baustelle, der Ansprechpartner für alle Beteiligten. Mit Alfred Huck und Peter Velten hatte er zwei erfahrene Handwerker an seiner Seite, die über Monate hinweg jeden Abend dort beschäftigt waren. Es waren rund 15 Monate vergangen, bis die Feuerwehr Sinzheim am Kirchweihsonntag 17. Oktober 1993 den Tag der offenen Tür in ihrem neu gestalteten Haus begehen konnte. Vieles wurde durch Feuerwehrangehörige selbst geschaffen, erfahrene Handwerker in ihren Reihen haben vieles bewegt und in einer Qualität geschaffen, die in dieser Ausführung lange Bestand haben wird und der Gemeinde ein hohes Einsparpotenzial ergaben. Der über dem Schlauchraum durch die Aufstockung entstandene Raum, dessen Nutzung durch die eingeschränkte Raumhöhe und Raumbreite eingeschränkt war, wurde durch die hervorragende Idee dort eine Kegelbahn einzubauen, sinnvoll genutzt. Bis allerdings dort die erste Kugel zum Rollen kam, vergingen allerdings noch drei Jahre, denn nach der Baumaßnahme standen die eigentlichen Aufgaben der Feuerwehr wieder im Vordergrund. Mit dem Umbau des Funkraumes 2004/5, der eine moderne Installation der Telekommunikation erhielt, aber auch eine zeitgemäße Ausrichtung des Inventar mit sich brachte, hat Andreas Schmidt unser Haus zukunftsgerecht bereichert. Ein Eingang mit Treppe wurde 2004 auf der hinteren Nordseite geschaffen, um den Einsatzkräften im Alarmfall einen direkten Zugang zum Umkleideraum zu ermöglichen - ohne durch eventuell schon ausrückende Einsatzfahrzeuge gefährdet zu werden. Der Austausch der Tore wurde 2007 durchgeführt und im August 2006 wurde,  das Anfügen einer Doppelgarage an das Haus eine wertvolle Ergänzung. Das Fahrzeug unserer Jugendfeuerwehr steht nun gemeinsam mit dem Führungskraftfahrzeug in diesen neuen Garagen. Auch hier geht ein besonderer Dank an unseren Bürgermeister, den Damen und Herren des Gemeinderates sowie dem Leiter des Gemeindebauamtes Herrn Richard Hörth, die über Jahrzehnte die zeitgemäße Weiterentwicklung unseres Hauses gefördert haben.


zurück zum Seitenanfang »