Gründung Freiwillige Feuerwehr Leiberstung

Der Landtag von Baden-Württemberg hatte 1968 das „Allgemeine Gemeindereformgesetz” beschlossen. Hinzu kam noch eine weiteres Gesetz, die Reform der Landkreise betreffend. Infolge dieser gesetzlicher Vorgabe, wurde die Zahl der Gemeinden von 3379 auf 1110 Gemeinden „reduziert”. Gleichsam verringerte sich die Zahl der Stadt- und Landkreise von ehedem 63 auf 35. Inzwischen sind wiederum politische Überlegungen aufgetreten, diese Zahl nochmals nach unten zu korrigieren. Insbesondere kleinere und finanzschwache Stadt- und Landkreise werden hiervon berührt sein. 2006 haben die Einwohner von zwei Gemeinden den finanziellen und verwaltungstechnischen

Erfordernissen gerecht werdend, einer Eingemeindung in die Nachbarkommune zugestimmt. Für Leiberstung boten sich in dieser Zeit zwei Möglichkeiten an: Eingemeindung:

· Nach Sinzheim

· Nach Schwarzach (Rheinmünster)

Der Gemeinderat von Leiberstung mit Bürgermeister Emil Lorenz entschied mit deutlicher Mehrheit 1972 für eine Eingemeindung nach Sinzheim. Dies entsprach auch der überwiegenden Meinung der Leiberstunger Bürger. (nicht immer wurde in dieser Zeit nach dem Wunsch der Bürgerschaft entschieden -siehe Sandweier und Steinbach). Mit der Eingemeindung, der bis dahin selbstständigen Gemeinde Leiberstung endete auch die bis dahin selbstständige ortsgeprägte Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Leiberstung. Diese wurde als Löschzug Leiberstung in die Feuerwehr Sinzheim übernommen. Begonnen hat die Freiwillige Feuerwehr Leiberstung am 10. Mai 1938 nach einer vom damaligen Bürgermeister Josef Friedmann einberufenen Versammlung im Rathaus. 40 Leiberstunger 

Bürger im Alter von 20 bis 50 Jahre meldeten sich freiwillig in den Dienst ihrer Feuerwehr. Die Ausrüstung der Feuerwehr mit Bekleidung (Stahlhelm, Rock, Mütze und Ledergürtel) stellte die kleine Gemeinde vor große finanzielle Anforderungen. Dass es auch hier schon vorher einen - weniger organisierten Löschdienst gab verdeutlicht, dass zum Zeitpunkt der Gründung:

1 Handdruckspritze

1 Kübelspritze

aber nur 20 m Schlauchmaterial vorhanden waren. Bürgermeister Josef Friedmann wurde der erste Feuerwehrführer (Kommandant) der Leiberstunger Wehr. Ihm standen zur Seite: Gregor Weis als stellvertretender Wehrführer, Wilhelm Lorenz I Schriftführer, Emil Lorenz, Wagner, als Kassierer, Heinrich Weingärtner als Gerätewart. Um den kommenden Anforderungen gerecht zu werden, musste bereits im April 1939 der Kommandant Friedmann zu einem zehntägigen Lehrgang an die Feuerwehrschule in Schwetzingen. Nach dessen Lehrgang und dem darin vermitteltem Inhalt, mussten viele Proben abgehalten werden, um die Leiberstunger Feuerwehrmänner vorschriftsmäßig auszubilden. Diese Ausbildung erfolgte sowohl im Löschangriff wie auch im Fußdienst. Bereits im Jahre 1939 wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Achern zum Preis von 400 Reichsmark eine „überzählige” Handdruckspritze erworben, die sich in einem sehr guten Zustand befand. (Protokoll der FFW - Leiberstung). Auch die Gemeinde Sinzheim bewarb sich damals um den Erwerb dieses Gerätes für den Filialort Schiftung. Möglicherweise haben damals verwandtschaftliche Beziehungen nach Achern den Verkauf beeinflusst. Hierbei handelt es sich um eine Handdruckspritze von Friedrich Blersch in Überlingen am Bodensee. In dessen Präsentation von ca. 1910 wurde die Stadt Achern auch als Kunde aufgeführt, (wobei es sich wohl um diese Pumpe handelt). Diese „Spritze” befindet sich auch heute noch im Besitz der Feuerwehr - sie ist ohne jeden Zweifel das historische Prunkstück innerhalb der Sinzheimer Feuerwehr. Für die Bewahrung und Pflege dieses hochwertigen Gerätes über Jahrzehnte hinweg, gehört ein ganz besonderer Dank an die Kameraden der Leiberstunger Feuerwehr mit ihrem langjährigen Kommandanten Walter Weis. Beim Badischen Landesfeuerwehrtag am 14. Mai 1939 trat die Freiwllige Feuerwehr Leiberstung erstmals in ihren „schmucken” Uniformen auf. 4000 Feuerwehrmänner aus allen badischen Landesteilen beteiligten sich an den Festzug durch die festlich geschmückte Landeshauptstadt. Mit der Mobilmachung ab September 1939 mussten die meisten Feuerwehrkameraden zum Dienst in der Wehrmacht oder anderen paramilitärischen Formationen einrücken. Eingezogen wurden auch der Kommandant Josef Friedmann, Gregor Weis, Adolf Schuh und Emil Lorenz zum einem zehntägigen Luftschutzlehrgang im August 1940 an die Feuerwehrschule in Schwetzingen. In der Nacht des 11. März 1941 wurde das Gasthaus „Zum Rössel” durch eine oder mehrere Fliegerbomben (das Protokollbuch lässt dies offen) in Brand geworfen. Hierbei brannte der Dachstock nieder. Durch rasches Eingreifen der Feuerwehr konnte die Wirtschaft u. Zimmer im 1. Stock erhalten bleiben. Die Feuerwehr aus Schwarzach wurde im Rahmen der Nachbarschaftshilfe ebenfalls alarmiert, brauchte aber nicht mehr eingesetzt werden. Am 10. Juli 1942 wurde die Feuerwehr Leiberstung zum Brand des Anwesen Bernhard Lorenz in Schiftung gerufen. Dort kam es in Folge eines Blitzeinschlages auf dem Ökonomiegebäudes zu einem Brand. Durch „tatkräftigen” Einsatz mit der Wehr von Sinzheim konnte das Wohnhaus gerettet werden. „Im Jahr 1944 war die Freiwillige Feuerwehr Leiberstung gezwungen zur Aufrechterhaltung des Brandschutzes weibliche Mitbürgerinnen

 in deren Dienst einzusetzen. Aus dem Protokoll ist zu entnehmen, dass der Feuerwehr folgende Kameradinnen angehörten: Lioba Frietsch, Elfriede Lorenz,Theresia Lorenz, Elsa Ernst, Klara Koch, Erika Koch, Irmgrad Frietsch, Hedwig Lorenz, Anna Ibach, Ottilie Lorenz, Maria Frietsch, Gertrud Ernst und Angelika Fischer. Diesen Frauen gehört auch heute noch unser ganz besonderer Dank! Brand- und Kriegsereignisse blieben der Gemeinde Leiberstung in dieser bewegten Zeit erspart. 1945 wurde der Gemeinde noch eine Motorspritze TS 8/8 mit einer Fördermenge von 800 Liter Wasser und einem Ausgangsdruck von rund acht Bar zugeteilt, (vermutlich vom Reichsluftschutzbund RLB.) Diese Spritze wurde von der Firma Metz Feuerlöschgeräte in Karlsruhe geliefert. Hierbei scheint es sich allerdings, bedingt durch die Materialverknappung und der damit verbunden Qualitätsminderung, um eine „Problempumpe” gehandelt zu haben. Am 13. April 1945 erfolgte die Besetzung der Ortschaft Leiberstung durch die französischen Streitkräfte. Das Ende eines Krieges, das unendliches Leid gebracht hatte und sich hoffentlich nicht mehr wiederholt, stand bevor. Die Motorspritze und sämtliche Zubehörteile wurden vorsichtshalber „in Sicherheit gebracht“ und blieben somit im Ort und sind dem Beutetrieb der Besatzungstruppen entgangen. Der Ortsgruppenleiter der Partei, Bürgermeister und Wehrführer in einer Person wurde in Haft genommen und verbrachte einige Zeit im Lager Honau im heutigen Bühler Stadtteil Altschweier. (Josef Friedmann verstarb am 10.7.1966). Der von der Besatzungsmacht eingesetzte Bürgermeister Anton Wurz beauftragte Wilhelm Lorenz mit der Führung der freiwilligen Feuerwehr. In der Zeit danach kehrten viele der Feuerwehrkameraden aus der alliierten Gefangenschaft zurück. Für sieben Feuerwehrkameraden gab es allerdings keinen Weg zurück. Fünf von ihnen waren als gefallen gemeldet, zwei weitere galten als vermisst, was allerdings von heutiger Sicht als schicksalsgleich mit den ersteren gilt. 1946 begann auch die Entnazifizierung der Feuermänner, viele der Feuerwehrkameraden durften den Dienst in der Feuerwehr nicht fortführen. Darunter befand sich auch der frühere Wehrführer. 1946 gelang dem Wehrführer Lorenz in Verhandlungen mit der Fa. C. Metz in Karlsruhe einen „Transportwagen” für die Spritze zum Preis von 1000.- RM zu erwerben. Somit hatten die Leiberstunger jetzt eine fahrbare Motorspritze. Im gleichen Jahr wurde der Personalbestand der Feuerwehr durch die Besatzungsmacht auf neun Feuerwehrmänner begrenzt. Im April 2006 wurden im Feuerwehrgerätehaus ACHERN die von der französischen Besatzungsmacht ausgestellten Ausweise aufgefunden und den jeweiligen Feuerwehren bzw. deren Rechtsnachfolger übergeben. Somit kamen auch die (neun) Ausweise dieser Feuerwehrmänner in den Besitz der Feuerwehr Sinzheim. Neun jüngere Leiberstunger Bürger waren es, die in der von Kreisbrandmeister Oberföll einberufenen Versammlung im Pflug, die Geschichte der Leiberstunger Feuerwehr fortführten. Ludwig Droll wurde zur Führung der Feuerwehr an diesem Abend beauftragt. In der Zeit vom 09.-23. Juli 1947 besuchte dieser die Badische Feuerwehrschule in Freiburg (Günterstal). Am 26. Oktober 1947 fand die erste Hauptprobe in Gegenwart von Kreisbrandmeister Hehn (Achern) und seines Stellvertreters Oberföll (Bühl) statt, welche mit Lob für die kleine Wehr und ihres Ausbilders Droll verbunden war. Durch Beschluss der Militärregierung auf Grund eines Antrages des Kreisbrandmeisters Hehn wurde Wilhelm Lorenz als Feuerwehrkommandant eingesetzt und „öffentlich bestätigt”. Am 10. März 1948 fand im Gasthaus „Zum Pflug” die erste General-Versammlung der Wehr statt. Kommandant Lorenz gedachte zu Beginn dieser 

Versammlung der gefallenen und vermissten Feuerwehrkameraden. Seit der Gründung der Wehr, bis zu dieser Versammlung, waren rund zehn Jahre vergangen! Eine bewegtere Zeit konnte es nicht geben. Der 18. November 1948 erbrachte eine Visitation der Gemeinde durch die Militärregierung und des Landratsamtes. Der Wehrführer wurde um 1/2 5 Uhr auf das Rathaus eingestellt, um Auskunft über den Stand der Wehr zu geben. Um 5 Uhr (damalige Schreibweise) musste der Wehrführer auf Befehl der Militärregierung die Wehr alarmieren. Brandobjekt war der Schulsaal. Nach 12 Minuten war die Wehr einsatzbereit zur Stelle, ebenso war auch der Kreisbrandmeister inzwischen eingetroffen. „Das gestekkte Ziel der Übung wurde zur Zufriedenheit der Anwesenden gelöst”. Erfreulicher ging es am 23. Januar 1949 zu - der erste Kameradschaftsabend der Leiberstunger Feuerwehr. Ein Theaterstück wurde gespielt „Ein Feuerwehrmann muß es sein” - leicht denkbar, dass dies in einem laut Protokoll „ vollgestopften” Saal und ausgelassener Stimmung stattfand. Zu schwer lasteten auf den Menschen in den Jahren zuvor die Ereignisse und Erlebnisse des Krieges und der ersten Nachkriegsjahre. Bei der Frühjahrsprobe 1949 gab es auch die ersten Beförderungen. Der Kommandant Lorenz wurde zum Löschmeister, Ludwig Droll und Otto Küst zum Hauptfeuerwehrmann und Alfred Koch zum Oberfeuerwehrmann befördert. Im gleichen Jahr noch wurde der Kommandant Wilhelm Lorenz mit sofortiger Wirkung zum Brandmeister ernannt, mit der Aufgabe die Wehr auf mindestens 18 Mann zu verstärken. Es gelang noch in diesem Jahr den Personalbestand auf 22 Mann zu bringen. In den Jahren 1948-1950 trat von Seiten der Besatzungsmacht hier eine Lockerung ein, die Personalstärke durfte nach und nach erhöht werden. Bereits bei den Hauptproben 1948 und 1950 gab es größere Probleme mit der nicht funktionierenden Motorspritze. 1948 war diese längere Zeit bei der Fa. Metz in Reparatur, so dass der Termin verschoben werden musste, 1950 funktionierte sie ganz einfach gar nicht. Der 17. März 1951 ist ein denkwürdiger Tag in Leiberstung - an diesem Tage wurde die neuen Glocken geliefert und an deren Einbringung in den Kirchturm waren auch die Leiberstunger Feuerwehrmänner beteiligt. Bei den am 19. Mai 1951 in Bühl stattgefunden Wettkämpfen belegten die Leiberstunger Kameraden unter 20 teilnehmenden Wehren den 29. Platz. Wobei sich auch hier Probleme mit der (Problem) Spritze ergaben. Am 23. November 1951 fand eine Übung gemeinsam mit Feuerwehr-Kameraden aus Achern statt. Übungsziel war das Gasthaus „Zum Pflug”. Die Anfang November 1951 geplante Spätjahrsprobe musste wegen der um sich greifenden Maul - und Klauenseuche ausfallen. Im Mai 1952 wurde auf dem Schulhaus eine Alarm-Sirene aufgebaut, die jeden 1. Samstag im Monat „ zwecks der Kontrolle” in Tätigkeit gesetzt wurde. Im gleichen Jahr entstand beim Tabakschuppen eine weiterer Löschbrunnen. Nachdem sechs Kameraden 1951 beim Südbadischen Landesfeuerwehrtag in Freiburg waren, war die gleiche Personenzahl am 31. Mai 1953 auf dem Deutschen Feuerwehrtag in Ulm/Donau. Eine überaus reisefreudige Truppe für die damalige Zeit. Im gleichen Jahr beteiligte sich die Feuerwehr Leiberstung am 100-jährigen Gründungsfest der Feuerwehr Achern - vollzählig! 1955 zog sich Wilhelm Lorenz als Kommandant zurück. In der Jahreshauptversammlung am 11. Januar 1955 wurde er zum Ehrenkommandanten der Leiberstunger Feuerwehr ernannt. Er war der einzigste, dem diese besondere Ehrung zuteil wurde! Wilhelm Lorenz blieb als Bürgermeister der Gemeinde Leiberstung der Feuerwehr als oberster Dienstherr noch viele Jahre erhalten. Wilhelm Lorenz verstarb im April 1968. Ludwig Droll wurde an diesem Tage zu seinem Nachfolger wählt und Bernhard Ibach sein Stellvertreter, Schriftführer wurde Karl Ernst, der dieses Amt über zwei Jahrzehnte ausführte. Eine neue und auch wirklich funktionstüchtige Motorspritze erhielten die Leiberstunger am 19. Februar 1957. Diese blieb im Einsatzund Übungsdienst bis sie 2003 ausgemustert werden musste und durch eine neue moderne Pumpe ersetzt wurde.Hätte Leiberstung allerdings nicht 11 Jahre zuvor ein Fahrzeug erhalten mit einer vom Antriebsmotor betriebener Pumpe, so hätte dies bereits früher erfolgen müssen. In den fünfziger und sechziger Jahren beteiligte sich die Wehr mehrmals mit Erfolg an Leistungsübungen bis zur Stufe Silber innerhalb des Landkreises Bühl. Leider sind die früher im Flur des Rathauses, in Rahmen aufbewahrten Urkunden, dieser Zeit nicht mehr vorhanden, zumindest sind sie derzeit trotz intensiver Suche nicht mehr auffindbar. Am 06. August 1964 wurde Walter Weis zum Kommandanten und Lothar Ernst zu seinem Stellvertreter gewählt. Mit dieser Führung ging es in eine neue Zeit des Feuerlöschwesens in Leiberstung. In der Zeit vom 29. Juni bis 1. Juli 1968 beging die Feuerwehr Leiberstung in einem würdevollen Rahmen ihr 30-jähriges Jubiläum. Am Fest und seinem Festzug beteiligten sich viele Feuerwehren aus dem damaligen Landkreis. Einen besonderen Akzent setzte damals die Kanadische Flugplatzfeuerwehr. Heute noch ist dieses Fest bei den Leiberstungern, die es miterlebten, in allerbester Erinnerung. Im gleichen Jahr (10.9.68, 19.15) gab es noch einen Brand in der Gemeindewaschküche, der durch das schnelle

Eingreifen der Feuerwehr keinen großen Schaden anrichtete. 1973 war es dann soweit - die Feuerwehr Leiberstung, inzwischen ein Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Sinzheim geworden, bekam ein eigenes Feuerwehrfahrzeug. Die finanziellen Voraussetzungen hierfür waren noch von der Gemeinde Leiberstung geschaffen worden. Mit Emil Lorenz dem ehem. Bürgermeister von Leiberstung und zum Zeitpunkt der Fahrzeugweihe Ortsvorsteher, bei dem eigentlichen Segnungsakt, mit dem Pfarrer Bauer Pfarrgemeinde Schwarzach, wozu Leiberstung über Jahrhunderte lang hinzugehörte. Dieses Fahrzeug besitzt noch bis 2007 die Löschgruppe Halberstung und trägt unverändert an seinen Vordertüren die Aufschrift Freiwillige Feuerwehr Sinzheim - Leiberstung. 1978 während des Mai-Hochwassers gab es den bisher längsten Feuerwehreinsatz in der Leiberstunger Feuerwehrgeschchte. Nahezu vier Tage und Nächte waren diese im Einsatz, als die Dämme des Rückhaltebeckens Abtsmoor zu brechen drohten. Erfreulicher ging es in den ersten Julitagen 1988 zu, als das 50-jährige Bestehen der Leiberstunger Feuerwehr begangen wurde. Hier wurde auch ein Mann geehrt, der untrennbar mit der Geschichte seiner Feuerwehr verbunden ist. Walter Weis, zu diesem Zeitpunkt fast ein vierteljahrhundert an der Spitze der Leiberstunger Wehr, wurde vom Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Rastatt Franz Schäfer mit dem Deutschen Feuerwehr Ehrenkreuz in Silber ausgezeichnet. Paul Frietsch, ein Feuerwehrmann der ersten Stunde- nach der Stunde Null, wurde mit der silbernen Ehrennadel des Baden-Württembergischen Landesfeuerwehrverbandes ausgezeichnet. Dass man in die Ehrungen an diesem Abend auch die Frauen mit einbezog, die den Feuerlöschdienst in den beiden letzten Kriegsjahren versahen, ist eine besondere Beachtung wert. Ein Feuerwehrgerätehaus erhielten die Leiberstunger Kameraden 1991.

Ein Gerätehaus wohlbemerkt, kein umgebauter Gebäudeteil, nicht eine modifizierte Garage oder sonst eine bauliche Gegebenheit, die sich zur Unterbringung umbauen oder umgestalten ließ, wie dies vielerorts geschah. Ein neu erbautes Funktionsgebäude mit zwei Fahrzeughallen, einem Ausbildungs- und Aufenthaltsraum, ein Sozialraum und Toilette. Möglich war dies durch die zu dieser Zeit noch vorhandenen umfangreicheren Fördermittel des Landes Baden-Württemberg für den Brandschutz. Am 24. Mai 1992 kam es zur zweiten Fahrzeugweihe in Leiberstung, diesmal wurde ein Löschgruppenfahrzeug 8/6 in Dienst gestellt. Ein ganz wesentlicher Fortschritt, denn mit diesem neu konzipierten Fahrzeug, in dem eine ganze Löschgruppe Platz findet, das einen Löschwassertank besitzt, in dem eine Tragkraftspritze sowie ein Stromaggregat eingeschoben sind, kann eine Gruppe selbstständig arbeiten.

Allerdings vergingen nochmals neun Jahre, bis die im Fahrzeug vorhandene Tragkraftspritze durch eine neueersetzt wurde. Nach 30 Jahren übergab Walter Weis bei der Jahreshauptversammlung am 26. Februar 1994 die Führung des Löschzuges Leiberstung an seinen Nachfolger Gerhard Jörger und dessen Stellvertreter Karl-Heinz Stolz .

Für seine besonderen Verdienste wurde Walter Weis in der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Sinzheim am 02. März 1996 zum Ehrenmitglied ernannt. Bedeutend ist, dass der heutige Löschzug Leiberstung in den zurückliegenden Jahren, zu weit mehr Einsätzen gerufen wurde in Sinzheim und den anderen Teilorten als in Leiberstung selbst. Dies ist eine bedeutende Tatsache, die den meisten Einwohnern von Sinzheim und den anderen Teilorten, wie in Leiberstung nicht bekannt sein dürfte.

Bild von der Pumpenübergabe

 


zurück zum Seitenanfang »